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Was macht Ignatius Josephus Pleyel auf der Homepage der Marktgemeinde Bad Pirawarth?

Martin Pleyl aus Bad Pyrawarth heiratete am 28.04.1744 die Lehrerin und Witwe Anna Theresia Forster. Diese schenkte ihm acht Kinder, wovon vier überlebten. Das jüngste Kind hiess Ignatius Josephus Pleyl (erst später Pleyel).
Martin Pleyl besuchte zu dieser Zeit eine Musterschule in Maissau. Wie oft er mit seiner Familie in seiner ehemaligen Heimatgemeinde war ist nicht überliefert, trotzdem besteht der Anspruch dass Ignaz J. Pleyel zum Teil Pirawarther war.

2 Konzerte der Ignaz Pleyel Gesellschaft in Bad Pirawarth

Am 1. und 2. Juni 2013 fanden unter der Leitung von Prof. Christan Birnbaum große Orchesterkonzerte in der Pfarrkirche von Bad Pirawarth statt.
Die Konzerte 185 und 186 der Ignaz Joseph Pleyel Gesellschaft standen unter dem Ehrenschutz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Landesrat Mag. Karl Wilfing und Bürgermeister Dir. Kurt Jantschitsch.

 

Von links nach rechts stehend: NR Hermann Schultes, Dirigent Prof. Christian Birnbaum, Präsident der IPG Prof. Adolf Ehrentraud, LR Mag. Karl Wilfing, BGM Dir. Kurt Jantschitsch, BGM Herbert Stipanitz, Bezirkshauptmann HR Dr. Gerhard Schütt

Erste Reihe sitzend: 3 Musiker des Orchester Camerata pro Musica

CDs von den Ersteinspielungen der Bad Pirawarther Konzerte erhalten Sie bei:

Internationale Ignaz Joseph Pleyel Gesellschaft(IPG): Tel: 0043/2955/70645, Mail: adolf.ehrentraud.pleyel@aon.at, Internet: www.pleyel.at

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Biografie

Ignaz Pleyel war ein hochtalentierter Komponist der zweiten Hälfte des 18. und des angehenden 19. Jahrhunderts. Um das Jahr 1800 zählte Pleyel zu den populärsten und meist gespielten Komponisten Europas. Ignaz Joseph Pleyel wurde am 18.6.1757 in Ruppersthal/NÖ als Sohn des Dorfschulmeisters Martin Pleyl und seiner Frau Anna Theresia geboren. Durch die Hilfe eines Mäzens ermäglichte man ihm zunächst eine Ausbildung bei Johann Baptist Wanhal, danach ein gründliches Studium bei Franz Joseph Haydn, ehe er Kapellmeister bei seinem Förderer Graf Ladislaus Erdödy in Pressburg wurde, der ihm Bildungsreisen nach Italien ermöglichte.

1783 wurde Pleyel Vizekapellmeister, 1789 Domkapellmeister am Münster in Straßburg. 1788 ehelichte der inzwischen sehr erfolgreiche Komponist Franziska Gabrielle Levebvre. 1791 nahm er die Einladung an, die "Professional Concerts" in London zu leiten. Von Revolutionsgarden verhaftet, rettete er sich, in dem er eine effektvolle Revolutions-Kantate auf die Französische Revolution schrieb. 1795 übersiedelte er mit seiner Familie nach Paris, gründete einen Musikverlag und 1807 eine Klaviermanufaktur. Seine Instrumente genossen absoluten Weltruf. Pleyels ältester Sohn Camille übernahm die Geschäfte und gründete gemeinsam mit seinem Vater die heute noch so bedeutende "Salle Pleyel" in Paris. Seine letzte Ruhestätte fand Pleyel in einem Ehrengrab auf dem Pariser Prominentenfriedhof Père-Lachaise.

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Der Klavierbauer

1807 erweiterte Pleyel sein Unternehmen um die Klaviermanufaktur "La Maison Pleyel". Unter Mithilfe von Etienne-Nicolas Méhul und Jean Henri Pape nahm das Unternehmen des Gründers einen schnellen Aufschwung. Pleyels Klaviere mit ihrer englischen Mechanik wurden besonders von den Komponisten der Romantik, wie z.B. von Chopin, später von Rubinstein, Grieg oder Cortot hoch geschätzt.

Einem Brief Pleyels an seinen Sohn Camille kann man entnehmen, dass er bereits 1808 fünfzig Instrumente herstellte, 1834 verließen 1000 Klaviere die Firma. Pleyels ältester Sohn erlernte den Klavierbau zuerst in London, dann im väterlichen Betrieb; er trat 1815 in die Firma ein, die er 1824 übernahm.
Auf Camille Pleyel folgte 1855 Auguste Wolff (1821-1887), ein Klavier-Virtuose und Professor am Pariser Konservatorium, danach Gustave Lyon (1857-1936), der die Firma bis 1930 leitete. 1.500 Familien lebten damals von der Klavierfabrikation "Pleyel".

Im Jahr 1998 wurde die Klaviermanufaktur von Hubert Martigny erworben.


Der Verleger

Schon in den 1780er Jahren (in Pressburg) hatte Pleyel mit dem Gedanken gespielt, dass es wünschenswert sei, sein eigener Verleger zu werden. Bereits im Juli 1786 schrieb er nach Pressburg, dass er [...] Selbstverleger und Besorger [...] seiner künftigen Werke werde. Die Pressburger Zeitung schrieb: Gewissenslose Piraterie und korrupte Ausgaben meiner Werke haben mich bisher völlig der Früchte meiner Arbeit beraubt. Handschriften verschiedenen Ursprunges sind aufgegriffen und vermischt worden, und [...] sind ohne mein Wissen [...] gedruckt worden. [...] Diese beklagenswerten Umstände haben mich dazu bewogen, selbst in Zukunft als Herausgeber und Verteiler meiner Werke tätig zu werden.
Mit der Ermunterung seiner Familie, entschloss sich Pleyel nun tatsächlich, sein eigener Verleger zu werden. Er verkaufte sein Landgut und übersiedelte mit seiner Familie im Frühjahr 1795 nach Paris. Nun wurde im Herzen von Paris Wiener Klassik gespielt.Wieder legte der Meister aus Ruppersthal einen Grundstein, diesmal für die später so populär gewordenen Concerts olympiques. 1797 gründet er in der Rue Neuve des Petits- Champs zusammen mit seinem Schwager Jean Daniel Schäffer den Verlag Chez Pleyel. Dieser edierte in den Jahren seiner Existenz die stolze Zahl von rund 4000 Musikwerken. Er druckte nicht nur Stücke seines Lehrers Haydn, sondern auch seiner Zeitgenossen wie Beethoven, Mozart, Hummel und Onslow, vor allem war er um die Verbreitung der Werke Boccherinis bemüht. Im Jahre 1801 gab Pleyel die Collection complette des quatuors d Haydn, dédiée au Premier Consul Bonaparte heraus. Die erste Ausgabe umfasste 80 Streichquartette, danach ein Nachtrag mit zwei Quartetten und schließlich noch eines. Zu den Pioniertaten des Musikverlages Pleyel zählte die Erfindung der Taschenpartitur durch die Reihe Bibliothèque musicale, die 1802 mit der Edition von vier Symphonien Haydns begann, denen zehn Ausgaben mit dessen Streichquartetten folgten. Daraufhin verfasste Haydn am 6. Dezember 1802 folgenden Brief an Pleyel: Ich bin Ihnen für die ungewöhnlich schöne Ausgabe der Quartette, die Sie mir über Herrn Pichl geschickt haben, sehr dankbar: wegen ihrer schönen Gravur, dem Papier - und die Tatsache, dass sie so korrekt sind - sowie ihr allgemeines Aussehen, wird man sich ewig deswegen an Sie erinnern. 1797 galt auch als Gründungsdatum der Klavierschule Nouvelle Méthode de Pianoforte, contenant les principes du doigté, die er gemeinsam mit dem seinerzeit berühmten Pianisten Jan Ladislaus Dussek (1760 - 1812) herausgab.

Salle Pleyel

Am 1. Jänner 1830 gründeten Ignaz Joseph Pleyel und sein Sohn Camille die "Salle Pleyel" in Paris (zunächst Salon Pleyel). Beim Eröffnungskonzert spielten u.a. der Pianist Kalkbrenner, der Flötenspieler Tolou und der Oboist Vogt. Eine besondere "Attraktion" des Programms bildete eine Komposition von Kalkbrenner für sechs (!) Klaviere. Es gab noch eine Steigerung: Bei der Einweihung des zweiten Pleyel-Saales im Dezember 1839, war der "Clou" des Konzertes ein Stück für acht (!) Klaviere.

- Von 1830 bis 1839, bestanden die Säle des Hauses Pleyel in der rue Cadet 9
- von Dezember 1839 bis 1927 in der rue Rochechouart 22-24;
- Vom 18. Oktober 1927 bis heute der derzeitige Saal in der rue du Faubourg Saint Honoré, no. 252.

Seit über eineinhalb Jahrhunderte fungiert nun schon der Komponist Ignaz J. Pleyel als Namensträger für den bekanntesten Konzertsaal in Paris, wo viele der bekanntesten Interpreten der pianistischen Weltelite sich produzierten. Was für die Wiener der "Goldene Musikvereinssaal" bedeutet, das ist für die Pariser die "Salle Pleyel".

13.9.2006: Eröffnungskonzert nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten.


Hörproben

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